I run. I eat. I travel.

300PS

Istanbul ist eine Stadt, wo ein jeder Lenker – egal ob Autobus, Minibus oder Auto – definitiv davon überzeugt ist, dass er erstens Recht und zweitens Vorfahrt hat. Das bedeuted zwar noch lange nicht, dass man die oben erwähnten 300PS unter der Motorhaube findet – eher im Gegenteil – sondern, dass man seinen Traum F1 Pilot zu werden auch mit dem halb auseinanderfallenden Gefährt du jour ausleben kann. Besonders wenn Fahrgäste mit sind. Oder (noch) lebendige Leute auf der Straße.

Ein ganz besonderer Favorit war zum Beispiel der Minibus der vorne mittig ein Schild mit der Aufschrift ‘I ♥ RISK’ kleben hatte – ja eh, aber so explizit gibts halt kaum ein Fahrer zu. Ganz häufig sieht man auch ‘Maşaallah’ draufgeschrieben – möge man vor dem bösen Blick geschützt werden. Nicht sicher bin ich mir jedoch, ob die böseren Blicke von den Mitfahrenden oder den Straßengegnern (a.k.a. nichts ahnende andere Autos die eben auch wie jeder andere fahren, also wie die sprichwörtlich ‘gsengte Sau’). Oder ‘Inşallah’ – hoffentlich (überleben wir das alle ohne im nächsten Graben zu liegen).

Über die Musik will ich lieber nix sagen. Da wird man nämlich schon Mal mit ländlichen kurdischen (äußerst dramatischen) Weisen beglückt. Oder Türkenpop, der der schlimmsten Sorte aber dafür auf voller Lautstärke. Damit der Fahrer besser durch den Bus schreien kann…

Dafür will ich erwähnen wie mühsam der Zustand der Straßen sein kann. Stellt euch vor, ihr spielt 3D Tetris. Und ihr seid wirklich nicht gut darin. Dann kommt so eine komische Form raus mit vielen Löchern und anderen Blöcken die herausstehen – voici, ihr habt nun eine Vorstellung vom Zustand mancher Straßen. Noch lustiger wirds, wenn sich solche Straßen einen der vielen Hügel rauf oder runterwinden. Vor allem runter – weil ganz nach dem alten Sprichwort gilt eines sicher: Wer bremst verliert!

Und die Taxifahrer? Das sind die wahnsinnigsten von allen. Da werden Kurven geschnitten, bei denen es einfach unmöglich ist, so sehr ums Eck zu sehn, dass man wissen würde ob man von einem potenziell entgegenkommenden Auto abgeschossen werden würde – frei nach der Logik: ‘aber wenn doch so viele Konjunktive vorkommen, kann doch nix passieren’. Dafür beschwert sich aber auch kein Taxler, wenn sich 5 Fahrgäste gekonnt ins Auto kuscheln. Generell werden vorgegebene Sitzplatzzahlen nur als grobe Richtwerte gesehen, da ist man nicht so konservativ.

Ein Gutes hat die immer wieder sehr altmodische Kultur hier aber doch: Als Frau kriegt man fast immer einen Platz angeboten. Und auch wenn ich mit den Knien immer ansteh (hier ist man weder langbeinig noch großfüßig), ich flieg zumindest nicht durch die Gegend. Und so simpel das klingt, so wenig selbstverständlich ist das…

Und hier noch eine gute Illustration zum Thema Minibus die weniger exzeptionell ist, als man sich das wünsche würde… naja. Normalerweise sind die Fahrer ein bisschen älter. Und sie bleiben auch zum ein- und aussteigen nicht immer so brav stehen wie der Kollege hier.

 

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